Sonntag, 19. Juni 2005

Roadtrip II - Morrisburg - La Baie - Tadoussac

Irgendwann gewöhnt man sich dran. Es gab ein Schild „Herzlich willkommen in Quebec“ und ab dort war alles ausradiert was englisch ist und denkt. Wir sind im französischen Teil Kanadas angekommen und wenn Sandy nicht vorher gesagt hätte das das kleine Volk lange nach der Unabhängigkeit strebt, mit wäre es spätestens beim ersten McDonals Stopp aufgefallen. Hier hat man kein Bock englisch zu reden und noch viel erschreckender, man scheint es wirklich nicht zu können. Brainfuck für mich, denn grade auf der einen schiene angekommen heisst es wieder umdenken. Nur der highway ist der gleiche. Die 401 nach osten. Sandy schläft die meiste zeit hinten und so merkt sie wenig von jörgs und meinen ahs und ohs, wenn wir wieder an sachen vorbei fahren die wir nur aus dem fernsehen kennen. Hinter quebec wird die strasse ein wenig kleiner und nach unserem spontanen entschluss die route quer durch einen nationalpark zu nehmen enden wir schließlich auf einer mehr oder weniger holprigen strasse, die quer durch natr führt wie man sie sich schöner nicht vorstellen kann. Für mich ist es schwer nicht ständig den blick von der strasse zu nehmen. Irgendwie hab ich echt schon lange von so einer fahrt geträumt. Auf 60km ist uns kein einziges auto entgegen gekommen und im rückspiegel sieht man nur die berge die man gerade auf und ab gefahren ist. Kann schnell langweilig werden, deswegen beschliessen wir einem kleinen holzschild zu folgen, was eine unterkunft in 12km ausweist. Der weg ist wenig vertrauenserweckend. Wir beschließen trotzdem zu fahren, wenigstens so weit wie wir den eindruck haben das der untergrund einigermassen fest bleibt. Ich kann mir einige oh ohs nicht verkneifen, wir fahren über wilde konstruktionen die man bei uns nicht brücken nennen dürfte, nur um schliesslich festzustellen, dass der luxustempel mitten im wald eine nummer zu groß für uns und vor allem unseren geldbeutel ist. Ganz nebenbei will es draußen nicht aufhören zu regnen und der abend kommt auch schon wieder. Also zurück und die letzten kilometer durch die einsamkeit nach la baie. Eine stadt von der wir nicht viel sehen.....nur einem mc donalds mit kichernden teenagern und ein echt niedliches hotel direkt am wasser was dann auch unser nachtlager werden wird. Die franzosen haben das mit dem essen besser raus und unser zweiter stopp in einer originalen familienkneipe wird dann auch ein kleiner kulinarischer erfolg. Lecker ist es und der 4x nachgeschenkte kaffee lässt das herz für die nächsten stunden stolpern. Das dorf scheint in einer merkwürdigen aufregung, überall sportive junge menschen und nachdem wir 2 stunden an einem eilig zusammengetragenen skatepark gesessen haben machen wir uns auf den weg. Überspringen wir galant das „uh, da ist ein skatshop“ und ah, Danny hat 400 dollar ausgegeben und kommen zum eigentlichen ziel unserer reise. Tadoussac. Laut karte das älteste dorf kanadas und nachdem der letzte mc donalds auch schon 150km entfernt ist und ich das hier mal mit zivilisation gleichsetze befinden wir uns wirklich am arsch der welt. Einer schöner arsch zumindestens. Nette kleine holzhäuserchen schick am berg verteilt und der st lawrence strom direkt vor der haustür. Natur zum nicht wieder fertig werden, aber ich würde meine eltern hassen wenn sie versuchen würden mich hier groß zu ziehen. Da sind wir aber schon drüber hinweg und findens schon wieder schick. Wir finden auch schnell eine nette holzhüttenanlage mitten im wald etwas außerhalb und nennen eine vollständig eingerichtet hütte für die nächsten 3 nächte unser eigentum. Ein urgemütliches kleines cafe mit netten jungen menschen haben wir auch schon gefunden und ich schicke stoßgebete gen himmel wegen dem kleinen hasen den ich überfahren habe. Man möge mir vergeben, bis morgen, gute nacht.

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